„Mehr Männer in die Kitas“

Mitte hinten: Dirk Hiby, Einrichtungsleiter des AWO Familienzentrums "Am Loh" in Schwelm mit Hanna Funke, Bildungsgangleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik, die nach der Begrüßung ihre Rolle als „Quotenfrau“ abgeben musste…. Mitte hinten: Dirk Hiby, Einrichtungsleiter des AWO Familienzentrums "Am Loh" in Schwelm mit Hanna Funke, Bildungsgangleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik, die nach der Begrüßung ihre Rolle als „Quotenfrau“ abgeben musste….

Im Rahmen des Modellprojekts „Mehr Männer in die Kitas“ fand am 25.04.2017 eine Veranstaltung für männliche Studierende der Fachschule für Sozialpädagogik statt, die Erzieher werden wollen.

 

Dirk Hiby, Einrichtungsleiter des AWO Familienzentrums "Am Loh" in Schwelm stand den Interessenten Rede und Antwort zu Problemen und Fragen, die sich aus ihrer Berufsrolle ergeben bzw. ergeben könnten. Das Programm wird gefördert vom BMFSFJ und dem Europäischen Sozialfonds der EU.

Der Anteil männlicher Erzieher ist nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Dabei gibt es für eine Beschäftigung von Männern in Kitas viele gute Gründe. Männer bringen frischen Wind ins Team. Sie haben Interessen und Sichtweisen, die in Kindertagesstätten oft zu wenig berücksichtigt werden. Dazu gehören z.B. Raufen und Toben sowie die Begeisterung für Handwerkliches und Technik. Auch Klettern und das Austesten von körperlichen Grenzen zählen eher zu den „Männerdomänen“. 

Oft wollen Jungen beweisen, wie männlich sie sind. Aber sie wissen viel zu wenig darüber, dass Männer nicht immer so stark, überlegen und angstfrei sind wie sie vorgeben. Um das zu erkennen, bräuchten sie mehr männliche Erzieher in ihrem Alltag, mit denen sie ein großes Repertoire an Gefühlen und Verhaltensweisen erleben könnten. Insofern wäre eine deutlich größere Orientierungsmöglichkeit an Vorbildern des eigenen Geschlechts für Jungen in Kitas äußerst wünschenswert.

Allerdings stellen sich viele Mütter und Väter angesichts der Serie von Missbrauchsskandalen an kirchlichen Institutionen und Schulen die Frage, inwiefern sie sicher sein können, dass ihre Kinder in der Kita nicht Opfer eines Pädophilen werden?

So bot die Veranstaltung im Forum des bkh nicht zuletzt vor diesem Hintergrund eine gute Gelegenheit für die Männerrunde, sich in einem offenen Rahmen auszutauschen, von eigenen Erfahrungen aus ihren Praktika zu berichten und konkrete Hilfsvorschläge für die Lösung von Problemen zu erhalten. Dürfen Männer wickeln? Wie nahe dürfen sie den Kindern kommen, wie intensiv dürfen sie trösten?

 jungs in KIta2

Die Teilnehmer empfanden es als wichtig, dass Eltern und Kita besonders in der Eingewöhnungsphase und auch später über solche Bedenken sprechen und sich gemeinsam über Grenzen verständigen. Ebenfalls begrüßenswert: Wenn die Kita erlaubt, dass Eltern tageweise in der Kita hospitieren. Sobald sie nämlich Erzieher und Kinder im Alltag erleben, zerstreuen sich ihre Bedenken meist von selbst.

Das oberste Gebot der Veranstaltung lautete allerdings: „Was im Rahmen des Treffens thematisiert wird, bleibt auch dort“. Insofern ist es sicherlich verständlich, wenn hier nicht auf konkrete „interne“ Einzelheiten eingegangen werden kann.

Lernen konnten die Teilnehmer laut eigener Aussage eine ganze Menge aus den Darstellungen von Dirk Hiby, der als Initiator des Modellprogramms „MännerMobil“ aus einem reichen Erfahrungsschatz zur Thematik Männer in Kitas schöpfen kann. 

Deutlich mehr Zeit hätten sie allerdings gern für ihr Treffen gehabt. Als besonders positiv empfanden sie den Austausch der Erfahrungen mit den anderen Mitgliedern der Runde und die damit verbundene Möglichkeit, aus ihnen zu lernen. Was sie sich wünschen, wäre ein weiteres Treffen, um noch mehr Zuwachs an Selbstsicherheit in Bezug auf die eigene Person sowie ihre Berufsrolle zu gewinnen. Vielleicht lässt sich das ja im kommen Jahr machen. Vielen Dank, Herr Hiby, für Ihren Einsatz! Wir hoffen, dass wir Sie in der Fachschule für Sozialpädagogik auch künftig noch öfter begrüßen können!

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